Zwischen Wissensvermittlung im Museum und sinnlicher Erfahrung im Stollen entfaltet sich eine Ausstellung, die Geologie, Geschichte, Technik, Menschen und Zukunftsperspektiven vereint.
Der Parcours des Bergwerkmuseums Grube Glasebach verzahnt ober- und untertägige Bereiche und verbindet zentrale Themen wie Geologie, Technik und Arbeit entlang authentischer Orte zu einem stringenten Rundgang.

Museumskonzept für das »UNESCO Global Geopark Informationszentrum Grube Glasebach Straßberg«

Das Bergwerkmuseum Grube Glasebach in Straßberg wird umfassend neugestaltet. Mit einem modernen, interaktiven Konzept wird die Geschichte des Bergbaus nicht nur erzählt, sondern erlebbar gemacht. STUDIO NEUE MUSEEN entwickelt eine Ausstellung, die Industriekultur zeitgemäß vermittelt und Laien wie Fachleute gleichermaßen anspricht.

Die Ausstellung gliedert sich in fünf thematische Bereiche: Geologie, Geschichte, Technik, Menschen und Perspektiven. Sie schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft und stellt die Relevanz des Bergbaus bis in die Gegenwart heraus. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Museum und Besucherbergwerk: Während das Museum historisches Wissen vermittelt, bietet das untertägige Bergwerk eine immersive Annäherung an die harte Realität unter Tage – verstärkt durch Lichtinszenierungen, interaktive Stationen und erzählerische Elemente.

Der Außenbereich lädt BesucherInnen zur eigenständigen Erkundung ein, während Führungen im Bergwerk den persönlichen Austausch mit VermittlerInnen ermöglichen. Highlight-Stationen wie das historische Kunstrad, spektakuläre Mineralisationen und originale Bergbau-Techniken aus mehreren Jahrhunderten bringen den Bergbau hautnah erlebbar zurück.

Die BesucherInnenführung folgt einem klar strukturierten Parcours, der das Gelände über- und untertage sinnvoll miteinander verzahnt. Bereits im Empfangsgebäude werden zentrale Themen des Prologs angerissen, bevor sich die inhaltlichen Abteilungen im Museumsbau entfalten. Über Funktionsräume und Außeninseln hinweg führt der Weg in die Tiefe des Stollensystems. Die Wegeführung verbindet exemplarisch Themen wie Geologie, Technik und Arbeit unter Tage mit authentischen Orten – etwa der Radkammer, den Sinterungen oder dem Flussspatgang – und wird durch erzählerische Wegmarken strukturiert.

Zur Orientierung und Wissensvermittlung dienen grafische Elemente, die komplexe Zusammenhänge visualisieren und historischen Kontext greifbar machen. Thematische Schaubilder, illustrative Zeitstrahle und großflächige Wandgrafiken begleiten die BesucherInnen durch alle Ausstellungseinheiten. Besondere Aufmerksamkeit erhalten die erzählenden Charaktere wie Mathilde, Helmut und ihre KollegInnen: Als wiederkehrende Figuren mit verschiedenen Perspektiven machen sie die Inhalte nahbar und schaffen einen emotionalen Zugang – insbesondere für jüngere Zielgruppen.

Das Museum wird Teil des zukünftigen UNESCO Global Geopark Informationszentrums und definiert sich als offener, inklusiver und forschungsorientierter Ort. Die nächsten Schritte umfassen die Ausarbeitung des Feinkonzepts und die architektonische Planung der neuen Dauerausstellung. Ein bedeutendes Projekt, das Tradition bewahrt und neue Perspektiven aufzeigt.

AuftraggeberIn
Montanverein Ostharz e.V.
Zeitraum
März-November 2024
Budget
67.000€